Es muss im Jahr 1996 gewesen sein, als ich in meiner Funktion als Abgeordneter des Metzgermeisterverbandes Appenzellerlandes in Spiez an einer ganztägigen Sitzung Rolf Steiner aus Goldau getroffen habe. Auch er Abgeordneter und ein umtriebiger Metzgermeister. In der Pause hat er mir von einer Aktion des Innerschweizer Verbandes erzählt, welche unter dem Namen «Spatztag» beworben wurde. Da gute Ideen meistens Kopien sind, habe ich mich in unserem Verband für eine ebensolche Aktion eingesetzt. Anfänglich haben sämtliche Metzgereien in Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden mitgemacht, dies verständlich mit mehr oder weniger Erfolg. Schon seit Beginn haben wir Gäste in unserer Metzgerei bewirtet, den Spatz aber auch über die Gasse angeboten. Mit Flugblättern und Inseraten haben wir auf den Tag hingewiesen und so eine stets wachsende Kundschaft gloschtig gemacht.

In der Zwischenzeit sind wir noch die einzige Metzgerei, welche diese Tradition weiterführt. Ich muss aber zugeben, dass wir uns im Vorfeld auch Gedanken machen, ob die Nachfrage nach Siedfleisch und Suppe noch da ist. Spätestens um die Mittagszeit des Bettagssamstag aber ist diese Frage beantwortet, wenn etliche Kunden mitem Chesseli im Laden erscheinen oder unsere improvisierte Spatzbeiz in der Garage bevölkern. Über die Jahre hinweg hat sich eine Stammkundschaft gebildet, die auch ohne Werbung wissen, dass der Spatz am Tag vor dem Bettag zu haben ist. Für diejenigen, die negative Erfahrungen mit Spatz (z.B. im Militär) gemacht haben, backen wir einen feinen Fleischkäse mit Hedepfelsalod. Selbstverständlich ist auch für Dessert und feinen Kaffee (mit oder ohne Luz) gesorgt.

So freuen wir uns über euren Besuch am nöchschte Samstig und für diejenigen, die nicht absitzen möchten – Chesseli nüd vegesse..

Herzlichi Grüess vom Rinkebach ond bis denn

Chitzi Franz

Brustkern für Siedfleisch in den Spatz

Brustkern vom Appenzeller Rind

Federstück für Siedfleisch in den Spatz

Federstück

der fertige Spatz im Teller

Spatz im Teller