Seit mittlerweile elf Jahren bin ich mit den Böschelibuebe zum «Omsinge» unterwegs. Das heisst, dass wir an gewissen Abenden zwischen Weihnachten und Neujahr von Haus zu Haus ziehen und den Bewohnern ein gutes neues Jahr wünschen. Dabei singen wir Weihnachts- und Neujahrslieder aber auch Rugguusseli und Appenzeller Jodellieder.

Ursprünglich war das «Omsinge» ein Bettelbrauch. Die armen Leute gingen zu den Bessergestellten und erbettelten sich mit dem Gesang etwas zu Essen oder Trinken oder aber einen Batzen. Mit der Zeit gingen die Omsänger ab Weihnachten bis in den Frühling hinein von Haus zu Haus und das ganze artete sozusagen aus. So musste die Regierung eingreifen und verbot das «Omsingen» schlichtweg. Vor 40 Jahren griff das Engel-Chörli den Brauch wieder auf und heute sind sechs verschiedene Formationen von Omsängern unterwegs.

Wir treffen uns jeweils ab November für vier Proben bei Walter & Julia Wetter im Schötz z’Gonte. Walter Neff (Hirschli) dirigiert und leitet die Proben während dieser Zeit und mit ihm üben wir im Jahr zwei bis drei neue Lieder ein. Die grösste Herausforderung stellt jeweils das Auswendiglernen der Texte dar, aber bis zum Ende der Omsing-Saison sitzen auch diese. Und ansonsten dürfen wir uns auf Walter Wetter verlassen, er ist unser Text-Kenner 😉.

Wenn’s dann ans Omsinge geht, treffen wir uns jeweils um 16.00 Uhr bei jemandem zu Hause und essen gemeinsam z’Nacht. Dabei sprechen wir uns kurz ab, wohin wir gehen und bereiten uns auch gesanglich auf den Abend vor. Danach beginnen wir mit unserer Route und gehen dabei von Haus zu Haus, egal ob wir die Bewohner kennen oder nicht. Vor der Tür besammeln wir uns und beginnen zu singen. Wenn sich die Türe öffnet und die Leute merken was vor sich geht, sind viele oft so überrascht, dass sie im ersten Moment gar nicht recht wissen, was sie jetzt sollen. Man merkt, dass sie überhaupt nicht mit uns gerechnet haben, sich aber riesig freuen. Genau dies finde ich etwas vom schönsten am Omsingen, denn man kann mit einer kleinen Geste eine sehr grosse Freude bereiten. Natürlich sagen wir zu einem Schnepsli und etwas Chrömli nicht nein und unterhalten uns gerne einen Moment lang mit den Gastgebern. Nach einem zweiten Lied wünschen wir «e glöcksäligs neus Joo i Huus ond Stall ond gueti Gsondheit» und ziehen weiter zum nächsten Haus.

In diesem Sinne wünsche auch ich euch, liebe Kundschaft ein gutes neues Jahr mit viel Freude, Gesundheit und unzähligen genussvollen Momenten mit unseren Produkten!

De Chitzi Reto

Böschelibuebe in Metzg

Böscheli in Metzg

Böschelibuebe vor der Kirche

Böschelibuebe

Bi nebedem dehem

Böschelibuebe in Stube

Gut gelaunte Böschelibuebe

Böscheliknaller

Böschelibuebe in Metzg