Vergangenen Montagabend frage uns Benjamin wer zu einer Notschlachtung mitkommen möchte. Weil es mich sehr gewundert hat, wie ein Schlachtprozess in der Praxis aussah habe ich sofort zugesagt.

Wir hatten die nötigsten Sachen (Messer, Schürze, Bluse, Abziehstahl) gepackt und sind ins Notschlachthaus gefahren. Der Chauffeur wartete schon mit der Kuh im Viehwagen. Wir mussten die Kuh schlachten, weil sie einen doppelten Überwurf hatte und das Kalb noch in der Gebärmutter erstickt ist, die Kuh hatte auch grosse Schmerzen. Als sie die Kuh ausgeladen hatten ging alles sehr schnell. Ich hielt die Kuh, Be hat sie mit einem perfekten Schuss betäubt und danach sofort gestochen. Danach hat er den Kopf gelöst und den Schlund und Luftröhre angelöst. Dann haben wir sie gehäutet und die Hufe und das Euter weggenommen.

Als Be sie aufgeschlossen hatte kam der ganze Verdauungstrakt zu sehen. Das meiste war unbrauchbar und wurde deswegen in einem Container gesammelt. Man hat klar gesehen, dass etwas nicht stimmte weil die Gebärmutter war ganz dunkelrot/schwarz. Wir hatten nur die Leber, Nieren, Sigel und die Milz für die Kontrolle durch den Tierarzt zur Seite getan. Nun konnte die Kuh mit der Bandsäge halbiert werden. Zum Schluss hängten wir alles in den Kühlraum und putzten den Raum.

Ich fand es eine sehr eindrückliche und spannende Erfahrung, bis jetzt hatte ich das nur theoretisch und wen man selbst zusehen und helfen kann ist vieles anders als ich es mir vorgestellt habe. Nur z.B. wie gross ein Magen wirklich ist. Trotzdem bin ich froh, dass ich wieder in den Laden stehen kann und nicht ins Schlachthaus, jeden Tag würde ich das nicht machen wollen.

Liebi Grüess Nadja

nach getaner Arbeit

Nadja und Be mit Kuh

Nadja mit dem Kuhsigel (Luftröhre, Schlund, Herz, Lunge, Zwerchfell)

Nadja mit Sigel

Nadja mit der fertig geschlachteten Kuh

Nadja mit Kuh